Skulpturen

Meine Skulpturen erweitern meine Arbeit in den Raum. Materialien treffen aufeinander, stehen im Kontrast oder ergänzen sich und tragen ihre eigene Geschichte mit.
Im Gegensatz zur Fläche entstehen hier körperliche Gegenüber: greifbar, präsent und in direkter Beziehung zum Raum. Die Werke laden dazu ein, sich ihnen aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern und ihre Wirkung im Zusammenspiel von Form, Material und Umgebung zu erleben.


Projekt "Die Lampe"

Eines meiner ersten Werke abseits der Leinwand – eine Lampe, die ursprünglich aus einem schwedischen Möbelhaus stammt und nun zu neuem Leben erwacht ist. Inspiriert von einer meiner großen künstlerischen Vorbilderinnen, Niki de Saint Phalle, entstand über zwei Jahre hinweg ein Werk, das viele Schichten persönlicher und emotionaler Erfahrung in sich trägt.

In ihm vereinen sich Liebe, Angst, Zweifel, Fantasie, Geburt und Tod – all die Gegensätze, die das Leben selbst ausmachen. Das Licht, das aus der Lampe strahlt, wird so zum Symbol für die menschliche Existenz: wandelbar, unvollkommen, aber voller Energie und Bedeutung.

Skulptur "Der tanzende Mann"

„Der tanzende Mann“ ist ein Bild für die fortschreitende Zerstörung der Umwelt – und damit zugleich für die Zerstörung des Menschen selbst. Sein Körper aus Treibholz, einst Teil eines natürlichen Kreislaufs, steht nun in einem deformierten Plastikbecher, gefangen in einer künstlichen, kontrollierten Umgebung. Die klare Flüssigkeit suggeriert Reinheit, doch das Material erzählt von Eingriff, Verschmutzung und Verdrängung.


Der Kopf der Figur ist verzerrt, überzogen von farbigen Schlieren, deren Ursprung unklar bleibt – sind es Tränen, Schweiß oder Spuren von Verschmutzung? Sein Gesicht besteht aus Scherben, zusammengesetzt zu einer Maske, die keinen Einblick gewährt. Stattdessen spiegelt sie zurück. Die Zerstörung ist nicht nur äußerlich, sie ist strukturell – sie betrifft den Menschen selbst.


Dass die Figur tanzt, wirkt wie ein Widerspruch. Eine Bewegung, die an Leben erinnert, während der Zustand bereits von Zerfall geprägt ist. Der Mensch setzt sich fort, funktioniert weiter, auch dort, wo die Grundlage seines eigenen Daseins beschädigt ist.


Die Skulptur zeigt: Die Trennung zwischen Mensch und Natur ist eine Illusion. In dem Maß, in dem wir die Umwelt verändern und zerstören, verändern und zerstören wir uns selbst. Der „tanzende Mann“ wird so zu einem Sinnbild für diese untrennbare Verbindung – und für die Konsequenzen, die sich nicht länger ausblenden lassen.